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Vienna ALS and Motor Neuron Disease Research Group

Über uns

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der motorische Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark zugrunde gehen. Dies führt zu einer zunehmenden Schwäche der Muskulatur und beeinträchtigt im Verlauf Bewegungen, Sprache, Schlucken und Atmung. Trotz großer wissenschaftlicher Fortschritte zählt ALS weiterhin zu den größten Herausforderungen der modernen Neurologie.

ALS ist keine einheitliche Erkrankung. Während bei einem Teil der Betroffenen genetische Ursachen nachgewiesen werden können, entsteht die Mehrzahl der Erkrankungen ohne eine einzelne erkennbare Ursache. Heute wird davon ausgegangen, dass dabei zahlreiche Faktoren zusammenwirken, darunter genetische Veranlagungen, (vorzeitige) Alterungsprozesse, Umweltfaktoren, Entzündungsmechanismen und Störungen des Zellstoffwechsels. Diese biologische Vielfalt spiegelt sich auch in den oft sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufen wider.

Die ALS-Forschungsgruppe der Medizinischen Universität Wien beschäftigt sich mit ALS und anderen Motoneuronerkrankungen. Neben ALS umfasst dies insbesondere auch die spinale Muskelatrophie (SMA), die durch genetische Veränderungen verursacht wird und für die in den letzten Jahren mehrere wirksame Therapien entwickelt werden konnten. Die Untersuchung verschiedener Motoneuronerkrankungen ermöglicht es, gemeinsame Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und Erkenntnisse zwischen den einzelnen Erkrankungen zu übertragen. Unsere Forschung reicht von der klinischen Charakterisierung von Patient:innen über die Identifikation von Biomarkern und genetischen Faktoren bis hin zur Erforschung von Krankheitsmechanismen und der Durchführung klinischer Studien. Ziel ist es, die Ursachen von Motoneuronerkrankungen besser zu verstehen, den Krankheitsverlauf präziser vorherzusagen und neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist die enge internationale Zusammenarbeit. Als Mitglied der europäischen Forschungsnetzwerke ENCALS (European Network to Cure ALS) und TRICALS (Treatment Research Initiative to Cure ALS) im Bereich der ALS sowie des SMArtCARE-Netzwerks im Bereich der SMA arbeiten wir gemeinsam mit führenden Forschungsgruppen und klinischen Zentren in Europa und darüber hinaus. Durch diese Vernetzung können wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis übertragen, Krankheitsverläufe systematisch untersucht und innovative Therapien rascher zu den Patient:innen gebracht werden.

Unser Ziel ist es, durch exzellente klinische Versorgung, innovative Forschung und internationale Zusammenarbeit die Lebensqualität von Menschen mit Motoneuronerkrankungen zu verbessern und den Weg zu wirksameren, individuell zugeschnittenen Therapien zu ebnen.