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Forschungsschwerpunkte

Krankheitsmechanismen und Genetik der ALS
Warum Motoneurone bei ALS zugrunde gehen, ist trotz intensiver Forschung noch nicht vollständig verstanden. Ein Schwerpunkt unserer Forschungsgruppe liegt daher auf der Untersuchung der biologischen Mechanismen, die zur Entstehung und zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen. Mithilfe moderner Zellkulturmodelle und genetischer Analysen erforschen wir insbesondere genetische Formen der ALS. Durch Kooperationen mit internationalen Forschungsgruppen arbeiten wir daran, krankheitsverursachende Mechanismen besser zu verstehen und neue therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren.

Entzündungsprozesse bei ALS
Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle bei der ALS spielen könnten. Unsere Arbeitsgruppe untersucht daher Veränderungen des Immunsystems und entzündliche Mechanismen mittels Analysen von Blut, Gewebeproben und Liquor (= Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit). Ziel ist es, neue Biomarker zu identifizieren und besser zu verstehen, welchen Einfluss Entzündungsprozesse auf Krankheitsbeginn und Krankheitsverlauf haben.

Lebensstil- und Umweltfaktoren
Die meisten ALS-Erkrankungen entstehen nicht durch eine einzelne Ursache, sondern wahrscheinlich durch das Zusammenspiel verschiedener genetischer und nicht-genetischer Faktoren. Daher untersuchen wir auch mögliche Einflüsse von Lebensstil-, Berufs- und Umweltfaktoren auf das Erkrankungsrisiko. Durch strukturierte Befragungen und epidemiologische Studien möchten wir besser verstehen, welche Faktoren zur Entstehung der Erkrankung beitragen könnten.

Versorgung und Epidemiologie
Neben der Grundlagenforschung beschäftigt sich unsere Forschungsgruppe intensiv mit der Versorgung von Menschen mit ALS in Österreich. Mithilfe epidemiologischer Analysen, Registerdaten und Fragebögen untersuchen wir Krankheitsverläufe, Versorgungsstrukturen und den Zugang zu diagnostischen und therapeutischen Angeboten. Ziel ist es, die Versorgungssituation kontinuierlich zu verbessern und wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die klinische Praxis zu übertragen.

Internationale Kooperationen und klinische Studien
Die Erforschung seltener Erkrankungen wie ALS ist nur durch internationale Zusammenarbeit möglich. Unsere Arbeitsgruppe ist aktiv in den europäischen Netzwerken ENCALS und TRICALS eingebunden. Dadurch sind wir bestrebt, uns an internationalen Forschungsprojekten und klinischen Studien zu beteiligen, um so innovative Therapien für Menschen mit ALS zu entwickeln und zu evaluieren.

Relevante Publikationen aus unserer Arbeitsgruppe (eine komplette Liste finden sie unter dem Link:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=%28%28Cetin+H%5BAuthor%5D%29+OR+%28Keritam+O%5BAuthor%5D%29+OR+%28Bormann+D%5BAuthor%5D%29%29+AND+%28%28%22Amyotrophic+Lateral+Sclerosis%22%29+OR+%28%22Spinal+Muscular+Atrophy%22%29+OR+%28%22Motor+Neuron+Disease%22%29%29